SV Yurdumspor Lehrte e.V.

Für Kinder- und Jugendliche  kann der Kampfsport ebenso als pädagogisches Mittel hilfreich eingesetzt werden wie für das eigene Erleben von Körperlichkeit und dem Selbstbehauptungswillen. Beim Kick-und Thaiboxens gibt es feste Regeln und Rituale. Die Grenzen und Regeln des Kick-und Thaiboxens sind einfach und für jeden unmittelbar zu verstehen. Respekt und Toleranz, auch vor dem vermeintlich Schwächeren, sind oberste Priorität. Grenzen und Regeln werden vermittelt

Das Ausüben der Körperkunst „Kick- und Thaiboxen" bewirkt die Fixierung auf den „Körper". Der eigene Körper wird als ausgesprochen wichtig und „schützenswert" betrachtet. Eine gesundheitsbewusste Lebensweise wird gefördert. Bei diesem Sport, bei dem der Körper und die Körperlichkeit im Mittelpunkt stehen, können Aggressionen positiv ausgelebt werden.
Über diese sportliche Arbeit (Boxer sprechen in diesem Zusammenhang von Arbeit) erfahren die jungen Sportler, dass soziale „Randständigkeit" nicht mit Wertlosigkeit einhergehen muss.
Wir unterstützen die Jugendlichen beim Lernen im Umgang mit sozialen Situationen, in denen Lob oder Kritik ausgesprochen bzw. erfahren wird aber auch Situationen, in denen sie einen Misserfolg verarbeiten müssen.
Während die Jungen sonst zu hören bekommen: “Sei doch nicht so zurückhaltend feige!“ - lernen sie beim Kick- und Thaiboxen mit uns Durchsetzungskraft, ihre Geschicklichkeit und ihren Selbstbehauptungswillen vollständig zu entfalten.
Wir akzeptieren ihre Aggressionen als Ausdruck ihrer Lebendigkeit. Gleichzeitig achten wir in der Rolle des  Schiedsrichters darauf, dass Regeln eingehalten werden.  Die Erfahrungen im Boxkampf verändern positiv die Einstellung zu sich selbst und die (Körper-) Haltung gegenüber dem Umfeld. Es geht nicht darum, andere zu verletzen oder zu schädigen, sondern sich selbst im Kampf zu erleben: Atmung, Aufmerksamkeit, Stressverhalten.
Über die Einbindung in den Boxsport erlernen sie Werte wie Fairness und Selbstdisziplin, Respekt anderen gegenüber, Aktivität und Leistungsfähigkeit. All das sind Fähigkeiten, die wir auf den Lebensalltag der Jugendlichen fortwährend an Situationen übertragen. 

Beim SV Yurdumspor Lehrte trainieren unabhängig von Hautfarbe und religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit, Menschen aus mehr als 20 Nationen friedlich miteinander. Dies ermöglicht Immigranten eine vereinfachte Integration in unsere Gesellschaft, da beim Sport keine ausgeprägten Sprachkenntnisse vorausgesetzt werden und schafft soziale Verbindungen, über eventuelle vorherige Vorurteile und kulturelle Barrieren hinweg.

Dass Drogen, Alkohol und Zigaretten die Kondition und Koordination schwächen wird jedem (beginnenden) Sportler schnell bewusst. Durch das eigene Verständnis, verknüpft mit dem Willen zur sportlichen Leistungssteigerung, konnten schon mehrere Mitglieder zur Einschränkung bzw. zur kompletten Aufgabe dieser Süchte angeregt werden. Somit tragen auch wir einen Teil dazu bei, Jugendlichen zu zeigen, welche negativen Auswirkungen Drogen, Alkohol und Zigaretten haben.  Das Erreichen der Jugendlichen und das Aufzeigen von Problemen, die sie sich selbst mit Alkoholkonsum schaffen, hat wohl die größten Erfolgschancen, da ein freiwilliger Verzicht erfolgsversprechender ist, als ein auferlegtes Verbot.